>Scheckheft

Was ist ein Scheckheft und was bedeutet es, wenn ein Fahrzeug scheckheftgeprüft ist? Typische Fragen rund um die Wartung von Autos und auch den Gebrauchtwagenverkauf. Wenn Sie beides richtig machen wollen, sorgen Sie dafür, dass im Scheckheft Ihres Autos alles Wichtige verzeichnet ist. Unser 11880.com-Werkstatt-Ratgeber sagt Ihnen, was im Scheckheft stehen sollte und wie Sie gefälschte Scheckhefte entlarven können.

Was ist das Scheckheft?

Gepflegter Motor
© Bhakpong – istockphoto.com

Das Scheckheft ist im Prinzip ein unverbindlicher Plan vom Hersteller eines Gerätes für dessen Service und Wartung. Speziell im Zusammenhang mit Autos beinhaltet das Scheckheft Vorgaben darüber, wann und wie oft ein Fahrzeug gewartet und inspiziert werden muss. Wann dies genau ist, ist abhängig vom Hersteller und vom Fahrzeugtyp sowie vom Kilometerstand und dem allgemeinen Zustand des Fahrzeugs.

Warum Scheckheft?

Wofür braucht man das Scheckheft eigentlich? Die Empfehlungen des Herstellers im Scheckheft sind für Sie nicht verbindlich – anders als die TÜV-Untersuchungen –, sondern eben nur Empfehlungen. Wann das Fahrzeug spätestens das erste Mal zur Inspektion sollte – der Hersteller muss es ja wissen. Grundsätzlich soll durch die vorgegebenen Wartungs- und Inspektionsarbeiten eine längere, zuverlässige Betriebsdauer des Geräts gewährleistet werden. Ebenfalls klar ist: Auch wenn es sich hier nur um Empfehlungen handelt, allzu weit überschreiten sollten Sie die Inspektions- und Wartungsfristen natürlich nicht.

Wann ist mein Auto scheckheftgepflegt?

Für den Gebrauchtwagenverkauf gilt das Scheckheft als besonders wertvoll – Stichwort: scheckheftgepflegt. Doch wann dürfen Sie das mit Fug und Recht in Ihr Gebrauchtwageninserat schreiben? Scheckheftgepflegt ist Ihr Fahrzeug dann, wenn Sie sich stets an alle vom Hersteller im Scheckheft vorgegebenen Maßnahmen gehalten haben. Alle Inspektionen müssen von einer Fachwerkstatt durchgeführt sowie auch nach Protokoll nachgewiesen worden sein und das Fahrzeug muss entsprechend frei von Mängeln sein.

Scheckheftgepflegt = unbedenkliches Fahrzeug?

Somit kann man also davon ausgehen, dass man ein scheckheftgepflegtes Auto auch absolut bedenkenfrei kaufen kann, oder? Eigentlich ja. Da die letzte Inspektion aber schon einige Zeit zurückliegen kann, selbst wenn sie noch voll in den üblichen Intervallen des Scheckhefts lag, kann man nie wissen, was in der Zwischenzeit mit dem Auto passiert ist. Daher, wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, gehen Sie auch bei einem scheckheftgeprüften Fahrzeug nach Ihrer „Checkliste Autokauf“ vor und lassen Sie das Fahrzeug im Zweifel lieber einmal mehr von einem Fachmann in Augenschein nehmen.

Freie Werkstatt oder Vertragswerkstatt?

Wenn Sie dagegen die Verkäuferseite repräsentieren, müssen Sie sich heutzutage keine Gedanken mehr darüber machen, ob Sie das Scheckheft bei einer freien Werkstatt führen lassen dürfen oder ob dafür ausschließlich Vertragswerkstätten infrage kommen. Seit Juni 2010 dürfen nämlich die Autohersteller ihre Gewährleistungspflicht nicht mehr an diesen Faktor knüpfen. Sie besteht also auch, wenn die im Scheckheft vorgesehenen Inspektionen und Reparaturen nicht von einer Vertragswerkstatt, sondern von einer Freien durchgeführt wurden. Sofern freie Werkstätten den Herstellervorgaben entsprechend arbeiten, dürfen auch sie das Scheckheft stempeln.

Garantie auch bei freier Werkstatt

Das heißt folgerichtig auch: Sie als Neuwagenbesitzer wahren Ihre vom Hersteller gegebene Garantie auf Sachmängel am Fahrzeug oder die Neuwagengarantie, wenn Sie eine freie Werkstatt statt eine Hersteller nahe Werkstatt besuchen. Nur bei Rückrufaktionen oder bei Produktionsfehlern haben Autohersteller gewisse Rechte, die Werkstattauswahl zu beeinflussen – da der Hersteller schließlich die Kosten für die Arbeiten übernehmen muss.

Scheckheft: Achtung vor Betrügern

Das Attribut „scheckheftgepflegt“ ist durchaus etwas sehr Positives für ein Auto und vor allem auch dessen Verkauf. Der wird nämlich durch den Nachweis konsequenter Inspektionen und Reparaturen durch kompetente Werkstätten durchaus erleichtert. Dies nutzen manche Betrüger aus, um einen besseren Preis für ein Auto zu erzielen. Um ein vermeintlich gefälschtes Scheckheft zu entlarven, achten Sie auf folgende Details:

  • Welche Werkstatt hat die Wartungsarbeiten durchgeführt?
  • Ist die Maßnahme mit Stempel und Unterschrift versehen?
  • Sind Belege / Rechnungen zu den Maßnahmen vorhanden?
  • Wurde vielleicht sogar der Kilometerstand manipuliert?

Werfen Sie auch einen Blick in die Wartungsbegleitkarten (im Motorraum oder der Türinnenseite), um Aufschluss darüber zu erhalten, wann der letzte Ölwechsel und der letzte Wechsel der Bremsflüssigkeit stattgefunden haben.

Scheckheft lohnt sich

Wenn ein potenzieller Autokäufer auch nach Prüfung dieser zentralen Fragen erkennt, dass es sich tatsächlich um ein scheckheftgepflegtes Fahrzeug handelt, handeln Sie dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit einen guten Preis aus. Denn durch ein lückenloses Scheckheft weisen Sie nach, dass Ihr Fahrzeug sich stets in besten fachmännischen Händen befand. Das hört ein möglicher Käufer natürlich gern!


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