> Rußpartikelfilter

Den Rußpartikelfilter braucht ein Dieselmotor, um besonders kleine aber dennoch sehr schädliche Stoffe aus den Abgasen herauszufiltern wie Asche, Rostpartikel oder Metallabrieb. Die Schadstoffe sind derart winzig, dass sie nicht einmal dem Verbrennungsvorgang zum Opfer gefallen sind. Wenn Sie eingeatmet werden, können diese kleinen Teilchen aber großen gesundheitlichen Schaden anrichten. Unser 11880.com-Werkstatt-Ratgeber sagt Ihnen, wie lange er hält und wie viel ein Wechsel des Rußpartikelfilters kosten kann.

Was macht der Rußpartikelfilter?

Rußpartikelfilter
© luckyraccoon – istockphoto.com

Für viele Umweltfreunde ist schon schlimm genug, was an Verbrennungsprodukten ohnehin schon einem Auspuff herauskommt. Ohne Rußpartikelfilter wäre das noch viel schlimmer, denn die Filter halten wenigstens kleinste Teilchen auf, die nicht nur der Umwelt, sondern auch den Menschen in unmittelbarer Umgebung schaden könnten.

Kleine Teilchen, große Wirkung – das filtert der Rußpartikelfilter heraus:

  • angelagerte Kohlewasserstoffe
  • Ruß und Asche
  • Sulfatpartikel
  • Rostpartikel
  • Metallabrieb

Daher sind Rußpartikelfilter für Dieselfahrzeuge Pflicht und seit 1993, im Rahmen der Abgasnormen, sind die Richtlinien immer weiter verschärft worden.

Die Abgasnormen in Europa

Demnach durften noch im Jahre 1993, bei der Abgasnorm Euro 1 150 mg Partikel/km ausgestoßen werden, während es mittlerweile, seit der Euronorm 6 aus dem Jahre 2014 nur noch 4,5mg sind. Nicht zuletzt deswegen hat sich der Rußpartikelfilter praktisch auch politisch durchgesetzt und viele neue Dieselfahrzeuge mit großer Motorisierung werden mit Rußpartikelfilter ausgestattet, wenngleich die Mindestwerte bei Euro 4 und 5 sogar auch noch ohne diesen hätten eingehalten werden können.

Wie lange ist der Rußpartikelfilter haltbar?

Der Rußpartikelfilter übernimmt also eine wichtige Aufgabe im Fahrzeugbetrieb, denn er entlastet die Umwelt und reduziert deutlich die Schadstoffbelastung in unserer Atemluft. Wie lange der Spezialfilter das tut, wie lange er also haltbar ist, hängt in erster Linie davon ab, wofür Ihr Fahrzeug gebraucht wird, sprich, wie viel und in welcher Weise Sie fahren. In der Regel und laut Angaben der meisten Hersteller sollten das ca. 120.000 - 250.000 km sein.

Rußpartikelfilter verschleißt bei kurzen Fahrten eher

Rußpartikelfilter im Detail
© klikk – istockphoto.com

Hierbei gilt: Immer wieder nur kurze Strecken können den Rußpartikelfilter schnell zu seinem Ende führen. Der Grund: Durch die immer nur kurzen Fahrten kommt der Motor nie voll „auf Touren“, also auf seine volle Betriebstemperatur, wobei mehr Ruß entsteht. Als Folge dessen ist der Filter schneller verstopft und muss dann gewechselt werden.

Rußpartikelfilter wechseln: Kosten?

Und hier kann es jetzt teuer werden: Mit bis zu 3.000 € müssen Sie rechnen, wenn Sie Ihren Rußpartikelfilter wechseln lassen müssen. Damit kann diese Reparatur sogar noch deutlich über dem Zahnriemenwechsel oder der Wechsel der Bremsen liegen! Detaillierte Informationen zum Thema Bremsen wechseln finden Sie übrigens hier.
Meistens warnt Sie eine Leuchte im Cockpit, dass der Filter voll ist. Das ist zunächst einmal für gut informierte Fahrer merkwürdig, denn viele Hersteller behaupten, ihre Rußpartikelfilter seien selbstregenerativ und wartungsfrei. Das wird normalerweise durch die motoreigene Filterregenartion gewährleistet. Bei den angesprochenen Kurzfahrten setzt sich der Filter aber aufgrund zu geringer Temperaturen zu.

Alternative zum Austausch: Reinigung

Doch es muss nicht unbedingt so teuer werden. Was der Motor normalerweise in Eigenregie erledigt, nämlich eine Reinigung des Rußpartikelfilters, können Sie auch statt eines Wechsels in der Werkstatt manuell erledigen lassen. Oftmals lassen sie sich bis zu einem sehr hohen Grad von deutlich über 90 % wieder reinigen. Hier kommen Sie dann nur auf einen Bruchteil der Kosten, müssen aber immerhin noch mit Kosten zwischen 300 und 500 € rechnen.

Wo liegt der Unterschied zum Katalysator?

Mit einem Austausch oder der Reinigung müssen Sie übrigens bei einem Katalysator kaum rechnen. Während nämlich der Rußpartikelfilter die in den Abgasen enthaltenen Partikel aufhält, was man sich wie eine Art Kaffeefilter vorstellen kann, hat der Katalysator eine andere Funktion. Der hält nämlich keine Schadstoffe in einem Filter auf, sondern wandelt schädliche Gase lediglich in weniger schädliche Gase um. Bei dieselbetriebenen Fahrzeugen reicht das jedoch nicht, weswegen sie meistens mit einem Katalysator und einem Rußpartikelfilter ausgestattet sind.


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