> Auf Autogas umrüsten

Autogas ist in Zeiten immer weiter steigender Preise für Benzin und Diesel für immer mehr Menschen eine willkommene Alternative. Autogas kostet nicht so viel wie die herkömmlichen Kraftstoffe und ist auch etwas weniger umweltbelastend, bringt aber mindestens einen entscheidenden Nachteil mit sich. Unser 11880.com-Werkstatt-Ratgeber erklärt Ihnen, welche Autogasanlagen es gibt, sagt Ihnen, wann sich eine Autogas-Umrüstung lohnt und welche Unterschiede sich beim Fahren ergeben.

Was ist Autogas?

autogas
© pierrephoto - istockphotos.com

Doch zunächst einmal zur ganz allgemeinen Frage, was Autogas eigentlich genau ist. Der Autokraftstoff, für den sich tendenziell in den letzten Jahren eine steigende Zahl von Autofahrern entschieden hat, ist auch unter dem Begriff „Liquefied Petroleum Gas“ – kurz LPG – bekannt. Es handelt sich also um Flüssiggas, das auch in der Industrie und zum Heizen genutzt wird, das aber ebenso einen Verbrennungsmotor antreiben kann, wie die herkömmlichen Kraftstoffe, Benzin und Diesel.

Macht Autogas Unterschiede beim Fahren?

Große Unterschiede in der Reichweite gibt es dabei kaum. Ein Autogas-Fahrzeug kann mit einer vollen Betankung in etwa genauso weit fahren wie ein Benziner oder Diesel – je nach Tankgröße zwischen 350 und 1.000 km. Der Verbrauch ist etwas höher, da Gas eine geringere Dichte hat, dies gleicht sich aber mehr als aus durch die wesentlich günstigeren Preise für Autogas.
Rein technisch gesehen gibt es aber Unterschiede zwischen zwei ganz grundlegenden Typen von Autogasmotoren: den monovalenten und den bivalenten. Hinter diesen Fremdwörtern verbergen sich einmal der ausschließlich gasbetriebene Motor (monovalent) und eine Art Hybrid-Motor, der mit Unterstützung von Benzin gestartet und warmgefahren wird (bivalent).

Ist Autogas billiger?

Durch den deutlich günstigeren Preis für Autogas, verglichen mit dem leicht höheren Verbrauch, ergibt sich in der Summe noch immer ein erheblicher Preisvorteil für gasbetriebene Autos. Der auch beim Autogas in Litern bemessene Preis liegt tendenziell und durchschnittlich nur bei der Hälfte des Preises von Benzin bzw. Diesel. Hier müssen Sie natürlich stets die starken Preisschwankungen und regionalen Unterschiede bei den Benzinpreisen mit einbeziehen, die aber insgesamt bekannterweise in den letzten Jahren konstant angestiegen sind.

Umrüsten auf Autogas

Genau das ist auch der Grund, warum immer mehr Autofahrer auf Autogas umrüsten. Möchten Sie sich auch ca. die Hälfte der Kosten an der Tankstelle sparen? Ein logischer und nachvollziehbarer Wunsch, aber bedenken Sie, dass Ihnen zunächst einmal für das Umrüsten auf Autogas Kosten entstehen können, denn Sie müssen Ihren Ottomotor ausbauen und eine Autogasanlage einbauen lassen. Dabei entstehen in der Regel Kosten zwischen 1.500 und 3.000€. Die Kosten für eine Autogasanlage variieren mit der Zylinderzahl, dem Anlagentyp (vollsequenziell, teilsequenziell, Venturitechnik, LPI-Anlage) und der Tankgröße.

Lohnt sich Umrüsten?

Wenn wir nun davon ausgehen, dass Sie im Gegensatz zu Ihrem vorherigen Kraftstoff 50 ct pro Liter weniger ausgeben, sind das bei einem durchschnittlichen Preis fürs Umrüsten auf Autogas von 2.000 € 4.000 Liter, die Sie tanken müssen, damit sich Ihre Anschaffung amortisiert. Bei einem Fassungsvermögen von beispielsweise 80 Litern wären das 500 Tankfüllungen. Für diese Tankfüllungen würden Sie bei einem Benzinpreis von 1,30 € 5.200 € bezahlen. Dieselbe Menge Autogas würde allerhöchstens 3.200 € kosten – das ist schon ein hoch gegriffener Preis –, damit hätten Sie dann Ihre Anschaffungskosten für die Autogasanlage „abgetankt“. Und wenn Sie Vielfahrer sind, dauert das für Sie auch gar nicht so lange.

Ist Autogas umweltschonender?

Das gute Gefühl, dass Sie aus rein monetären Gründen beim Betanken Ihres Gasautos haben werden, wird sogar noch untermauert durch ein weiteres gutes Gefühl. Denn Autogas ist auch umweltfreundlicher als Benzin oder Diesel. Ca. 15 % weniger Emissionen stößt ein Fahrzeug aus, das mit Autogas betrieben wird. Wenn das nicht noch ein zusätzlicher Anreiz ist, um auf Autogas umzurüsten.

Ist Autogas sicher?

Die Frage nach der Sicherheit stellen sich jedoch auch viele, die sich mit dem Gedanken einer Autogas-Umrüstung befassen. Und ja: Neben den ökonomischen und ökologischen Vorzügen ist Autogas auch sicher. Autogas-Fahrzeuge sind genauso sicher wie Benzin- oder Dieselfahrzeuge und spezielle Ventile schützen bei Unfällen vor Explosionen. Repräsentative Tests durch Automobilklubs haben die mindestens ebenso hohe Sicherheit bestätigt. Auch das Tanken von Autogas an den Zapfsäulen ist genauso sicher und einfach wie bei den traditionellen Kraftstoffen.

Die Nachteile von Autogas

Günstiger, nicht so belastend für die Umwelt und auch sicher – das sind schon eine ganze Menge Vorteile, die auch für die Umrüstung auf Autogas sprechen würden. Warum machen es dennoch nur vergleichsweise wenige Autobesitzer? Das größte Problem mit dem Autogas ist die geringe Verbreitung von Autogas-Zapfsäulen. Es gibt „nur“ knapp 7.000 Tankstellen in Deutschland, die Autogas anbieten. Während dies für Sie in dicht besiedelten Gebieten eher irrelevant ist, müssen Sie in ländlichen Gebieten schon kalkulieren, ob und wie weit Sie noch fahren können – es sei denn, Sie fahren mit einer bivalenten Autogasanlage, dann könnte zur Not das Benzin „eingreifen“.


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